Das Fernklangcarillon #
Idee & Konzept #
Erlebe, wie aus historischer Nachrichtentechnik ein rhythmisches Carillon erwacht. 8 einzeln gestimmte Telefone verschiedenster Baujahre werden zu einem computergesteuerten Musikinstrument.
Das Fernklangcarillon (oder auch Telefonorgel) – eine Wortschöpfung aus Fernsprechtischapparat (FeTap) und Carillon (mechanisch betriebenes Glockenspiel) – ist eine Übung in Technologiearchäologie und moderner rhythmischer Ansteuerung. Es handelt sich um ein digital gesteuertes, akustisches Instrument, welches die Physik von acht ausgemusterten Wählscheibentelefonen nutzt, um Klänge zu erzeugen, zu halten und im Raum zu verteilen.
Die Glocken in den Telefonen wurden von Hand gestimmt und werden von einem eigens für dieses Objekt entwickelten Sequencer gesteuert. Dieser erlaubt polyfone Schritte, Micro-Timing, Kommunikation sowie die Kombination mit anderen Sequencern und Klangerzeugern.
Das Instrument steht für Zweckentfremdung und neue Einordnung: Aus dem schrillen Schrei der Telefone nach Aufmerksamkeit wird ein abstraktes Lied. So wird gezeigt, dass sich in jedem Telefon ein Carillon befindet, das gewöhnlich als störend empfunden wird. Hier werden die Zuhörenden über Musik verbunden, wie sie einst über die erzeugende Technik verbunden wurden.
Telefonsequencer #
Hintergrund #
Das Projekt entstand im Rahmen einer Unterstützung der Lübecker Kulturkirche St. Petri und in Zusammenarbeit mit Musikern der Lübecker Musikhochschule. Aktuell wird es im Rahmen eines Forschungsprojekts an der HAW Hamburg weiterentwickelt.
Wann #
Termine: #
- 6.6.26 Petrivision: Installation und Konzert im Rahmen der Veranstaltung Kontakt: Wählen
- 30.8.26 Museumsnacht Lübeck 2026
Impressionen #
Fernklangcarillon zur Lübecker Museumsnacht #
Kamera: Malte Schmitz
Schnitt: Lukas Ruge
Grigori Osipov am Carillon zur Petrivision #
Petrivision Kontakt: Wählen #